Zur Freiheit der Arbeit im Kapitalismus. Tagung anlässlich der Gründung der German Labour History Association, 6.–8. Februar 2020, Bochum

Zur Freiheit der Arbeit im Kapitalismus. Tagung anlässlich der Gründung der German Labour History Association, 6.–8. Februar 2020, Bochum

Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung, German Labour History Association, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum

Termin: 06. bis 08. Februar 2020

Anmeldeschluss: 15. Januar 2020

Die Geschichte der Arbeit der vergangenen zwei Jahrzehnte konzentrierte sich zum einen auf die Verwissenschaftlichung von Arbeit und zum anderen auf die Vielfalt von Arbeitsverhältnissen in globaler Perspektive. In beiden Fällen stellt die Freiheit einen Fluchtpunkt dar: als Gegenmodell, von dem das eigene Untersuchungsobjekt abgegrenzt wird, im ersten Fall; als (nie erreichtes) Ziel der untersuchten Institutionen und Praktiken im zweiten. Explizit diskutiert wird diese Funktion jedoch nur selten. Im Sinne einer Standortbestimmung der Arbeitsgeschichte im deutschen Sprachraum wird auf der ersten Tagung der German Labour History Association die „freie Lohnarbeit“ und ihr Verhältnis zum Kapitalismus aus drei Perspektiven in den Blick genommen:

– Historiographiegeschichtlich wird nach der Funktion der Freiheit in der Arbeitsgeschichtsschreibung gefragt.

– Empirisch wird die Bedeutung von Freiheit als Norm, Semantik und Anspruch thematisiert.

– Theoretisch werden die Vor- und Nachteile einer expliziteren Bezugnahme auf die Freiheit der Arbeit diskutiert.

Organisationsgruppe: Peter-Paul Bänziger (Universität Basel), Andreas Eckert (Humboldt Universität Berlin), Bernd Hüttner (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Jan Kellershohn (Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum), Ilse Lenz (Ruhr-Universität Bochum), Anna Strommenger (Universität Duisburg-Essen), Thomas Welskopp (Universität Bielefeld)

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Anmeldungen nehmen Jan Kellershohn und Anna Strommenger (jan.kellershohn@rub.de / anna.strommenger@uni-due.de) bis zum 15. Januar 2020 entgegen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Durchführung der Tagung wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.

Den Tagungsflyer finden Sie und findet Ihr hier im PDF.

Programm:

_Donnerstag, 6. Februar 2020_

17:15–17:30 Uhr: Grußwort der GLHA

17:30–18:00 Uhr: Begrüßung und Einführung in die Tagung (Peter-Paul Bänziger / Jan Kellershohn / Anna Strommenger / Thomas Welskopp)

18:00–20:00 Uhr

Podiumsdiskussion: Die Freiheit der Lohnarbeit im Kapitalismus als Herausforderung für die Arbeitsgeschichte

Andreas Eckert (Berlin)

Nicole Mayer-Ahuja (Göttingen)

Marcel van der Linden (Amsterdam)

Theresa Wobbe (Potsdam)

Moderation: Thomas Welskopp (Bielefeld)

_Freitag, 7. Februar 2020_

10:30–12:30 Uhr

*Panel I: „Freie Lohnarbeit“ im Übergang. Zwischen Rechtsnorm und historischer Praxis*

Moderation: Anna Strommenger (Duisburg-Essen)

– Sibylle Röth (Konstanz), Die Un-Bedingtheit der Freiheit. Das Ideal der freien Arbeit in der Auseinandersetzung um die Abschaffung der Leibeigenschaft

– Sigrid Wadauer (Wien), Gebrauchsweisen von Arbeits- und Dienstbotenbüchern

– Klaus Nathaus (Oslo), Zur Prekarität berufen? „Freie Lohnarbeit“ und Selbstunternehmertum auf emergierenden Arbeitsmärkten in der Unterhaltungsbranche des frühen 20. Jahrhunderts

13:30–15:30 Uhr

*Panel II: „Freie“ und „unfreie“ Arbeitsregime in den (deutschen) Kolonien vor 1914*

Moderation: Ilse Lenz (Bochum)

– Minu Haschemi Yekani (Berlin), Von „Freiheit“ und Vertrag. Asiatische Kontraktarbeit im deutschen Kolonialismus

– Tristan Oestermann (Berlin), Von Liberia nach Kamerun – und nicht zurück! Indenture, Lohnarbeit und Emanzipation liberianischer Arbeitsmigranten in der deutschen Kolonie Kamerun, 1884-1914

– Kaveh Yazdani (Bielefeld), Polit-ökonomische Diskurse über Sklaverei und Lohnarbeit seit dem 17. Jahrhundert

16:00–18:00 Uhr

*Panel III: „Freiheit 2.0“ – Die Entgrenzung von Arbeitsregimen nach 1945*

Moderation: Jan Kellershohn (Bochum)

– Anna Elisabeth Keim (Halle-Wittenberg), „Wer auch im Arbeitsverhältnis die Freiheit liebt, hat in der Zeit-Arbeit seinen Platz.“ Die Etablierung der „Zeitarbeitsbranche“ und das Freiheitsversprechen „flexibler“ Erwerbsformen in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre

– Leo Grob (Bern), Totale Qualität. Neue Formen der Mitarbeiterführung in der Schweizer Aluminiumindustrie der 1980er und 1990er Jahre

– Massimiliano Livi (Trier), „Die Arbeit befreien, um das Leben von der Arbeit zu befreien“. Eine trendhistorische Analyse der Freiheit der Arbeit in Italien seit den 1970er Jahren

19:00–20:30 Uhr: Abendvortrag & Dissertationspreis

Moderation: Stefan Müller

_Samstag, 8. Februar 2020_

10:00–12:00 Uhr

*Panel IV: Freiheitssemantiken und Kämpfe um Freiheit im 20. Jahrhundert*

Moderation: Peter-Paul Bänziger (Basel)

– Martin Rempe (Konstanz), Von „freistehender“, „freischaffender“ und „kreativer“ Arbeit. Freiheitssemantiken im Musikleben im langen 20. Jahrhundert

– Jan De Graaf (Bochum), Die Bedeutung freier Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg: Arbeiterproteste gegen Arbeitsverpflichtung und mobilisation civile im Deutschland und Belgien der Nachkriegszeit

– Sabine Rutar (Regensburg), Streiks in der Werft- und Hafenindustrie in Rijeka (Kroatien) in den 1960er und 1970er Jahren. (Freie) Arbeit, Staat und Nation in Titos Jugoslawien

13:00–15:00 Uhr

*Panel V: The question of “free wage labour” in historical and conceptual perspective*

Moderation: Stefan Berger (Bochum)

– Marco Tomaszewski (Freiburg), “Combined living” and “free wage labor”. Conceptual reflections from a premodern perspective

– David Mayer (Wien), “Democracy” vs. “Openness”? The development of the notion of “work” in South American labour historiography and its political context.

– Lola Loustaunau (Buenos Aires)/Facundo C. Rocca (Buenos Aires/Paris), The challenge of history to the concept of “free labour”. Marx and the meaning and uses of wage slavery

15:00–15:30 Uhr: Abschlussdiskussion

Dissertationspreis der GLHA

Der Vorstand der GLHA lobt erstmals einen Dissertationspreis aus. Die Deadline für die Bewerbung ist der 15. Juli 2019. Ausgezeichnet wird der oder die PreisträgerIn auf der Konferenz, die vom 6.-8. Februar 2020 in Bochum stattfinden wird. Die Details der Ausschreibung finden Sie und findet Ihr hier im PDF.

‚1968‘ – Aufbrüche in den Arbeitswelten (Tagungsbericht)

Am 13. und 14. 12. 2018 traf sich in Düsseldorf das Kooperationsprojekt „Jüngere und jüngste Gewerkschaftsgeschichte“ der Hans-Böckler-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung. Jonas Fischer, Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, hat auf HSozKult einen Tagungsbericht verfasst, der hier online ist.

Zur Freiheit der Arbeit im Kapitalismus. CfP für den ersten Kongress der German Labour History Association (6.-8.2.2020)

[ENGLISH VERSION BELOW]

Zur Freiheit der Arbeit im Kapitalismus. Erster Kongress der German Labour History Association.

Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum

Termin: 6. bis 8. Februar 2020

Deadline des CfP: 30. April 2019

Zwei Tendenzen kennzeichnen die Arbeitsgeschichte der vergangenen zwei Jahrzehnte. Zum einen interessierte sie sich für die Produktion von Arbeit und Arbeitssubjekten im Kontext von (Groß-)Betrieb, Nation und Sozialstaat im globalen Norden des „langen“ 20. Jahrhunderts. Untersucht wurden Prozesse der Verwissenschaftlichung und Nationalisierung, institutionelle und diskursive Aus- und Einschlüsse, Modi der Führung, die Etablierung von Sozialversicherungen und Arbeitsmärkten oder das Verhältnis von Arbeit und Konsum. Oftmals unter dem Label der Global Labour History rückte die jüngere Arbeitsgeschichte zum anderen die Vielfalt von Arbeitsverhältnissen im Kapitalismus ins Licht. Mit Nachdruck hat sie die Bedeutung und Beständigkeit der Arbeitsteilung und im weitesten Sinne „unfreier“ Arbeit im weltweiten Maßstab aufgezeigt: von der Sklaverei über die Schuldknechtschaft bis zur häuslichen Arbeit durch Migrant/innen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. Ebenso hat sie widerständige Praktiken und soziale Bewegungen in diesen vielfältigen Formen von „freier“ und „unfreier“ Arbeit untersucht und dabei deren Verknüpfungen wie auch Widersprüche betrachtet.

Gemeinsam ist beiden Forschungssträngen, dass sie Arbeit im Kapitalismus als hochkomplexe, von vielfältigen Abhängigkeiten geprägte Form der Güterproduktion und Dienstleistung beschreiben. Während die eine Seite zeigt, dass der Kapitalismus immer auch auf der Ausbeutung „unfreier“ Arbeit basierte, macht die andere Seite deutlich, wie voraussetzungsreich und historisch spezifisch das System der „freien Lohnarbeit“ in den industrialisierten Weltregionen selbst war und ist. In beiden Fällen stellt die Freiheit einen Fluchtpunkt dar: als Gegenmodell, von dem das eigene Untersuchungsobjekt abgegrenzt wird, im ersten Fall; als (nie erreichtes) Ziel der untersuchten Institutionen und Praktiken im zweiten. Explizit diskutiert wird diese Funktion jedoch nur selten.

Im Sinne einer Standortbestimmung soll auf dem ersten Kongress der German Labour History Association dementsprechend die „freie Lohnarbeit“ und ihr Verhältnis zum Kapitalismus aus drei Perspektiven in den Blick genommen werden:

Erstens soll historiographiegeschichtlich nach der Funktion der Freiheit in der Arbeitsgeschichtsschreibung gefragt werden: Welche Begriffe von „freier“ Arbeit hat die Historiografie hinsichtlich verschiedener Weltregionen, historischer Zeiträume und Produktionsverhältnisse verwendet? Welche Verständnisse von „unfreien“ Formen der Arbeit hat die Geschichtsschreibung wiederum der „freien Lohnarbeit“ entgegengesetzt und wie hat sie deren Verflechtungen im globalen Kapitalismus bestimmt?

Zweitens sucht die Tagung, sich empirisch mit der Geschichte der Freiheit der Arbeit auseinanderzusetzen: Welche Rolle spielte Freiheit als Norm für die Arbeiterbewegung und andere soziale Bewegungen? Wie hat sich die Semantik der Freiheit im Laufe der vergangenen beiden Jahrhunderte verändert? Welche Bedeutung hatte die „freie Lohnarbeit“ in der Wissensgeschichte der Arbeit und der Kategorisierung von Arbeitsverhältnissen? Inwiefern haben neuere arbeitsgeschichtliche Forschungen unser Wissen über „freie“ Formen des Arbeitens im globalen Maßstab verändert und erweitert? Beiträge können beispielsweise folgende Bereiche unter global-, mikro-, sozial- und/oder kulturhistorischen Ansätzen beleuchten: die Geschichte des Arbeitsvertrags und des Kontraktbruchs, die Entstehung und Aushandlung von Arbeitsmärkten, die Geschichte der Reproduktionsarbeit, der „freien Berufe“, der „freien Lohnarbeit“ als Argument in Deutungskämpfen um Arbeit oder auch des Verhältnisses von Freiheit der Arbeit und Ungleichheit.

Mit Blick auf die Zukunft der Arbeitsgeschichtsschreibung wollen wir drittens die Vor- und Nachteile einer expliziteren Bezugnahme auf die Freiheit der Arbeit bzw. deren verstärkter Theoretisierung diskutieren. Gibt es blinde Flecken der bisherigen Forschung, die damit erkennbar werden? Wäre dies eine Möglichkeit, die verschiedenen Stränge der Forschung stärker miteinander zu verbinden? Diskutiert werden soll aber auch, welche anderen Konzepte sich für die Weiterentwicklung der Historiografie der Arbeit anbieten. Ist es sinnvoll, von einem unspezifischen Begriff von Arbeit auszugehen und die „freie Lohnarbeit“ schlicht als Variante davon zu verstehen? Welche Vor- und Nachteile bieten alternative Begriffe wie der „Lebensunterhalt“?

Wir bitten um Beitragsvorschläge im Umfang von max. 500 Wörtern sowie eine Kurzbiographie (max. 200 Wörter) bis zum 30. April 2019 an Anna Strommenger (anna.strommenger[at]uni-due.de) und Jan Kellershohn (jan.kellershohn[at]rub.de). Die Konferenzbeiträge können in deutscher und englischer Sprache gehalten werden. Eine Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten wird angestrebt.

Organisationsgruppe: Peter-Paul Bänziger (Universitäten Basel und Konstanz), Andreas Eckert (Humboldt Universität Berlin), Bernd Hüttner (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Jan Kellershohn (Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum), Ilse Lenz (Ruhr-Universität Bochum), Anna Strommenger (Universität Duisburg-Essen), Thomas Welskopp (Universität Bielefeld)

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On the Freedom of Labour in Capitalism. First Congress of the German Labour History Association.

Bochum, House for the History of the Ruhr, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum, Germany

6-8 February 2020

CfP deadline: 30 April 2019

Labour History in the last two decades has been characterised by two currents: On the one hand, it was interested in the construction of work and working subjects in the context of (large-scale) business, the nation and the welfare-state in the 20th Century global north. The research focused on processes of scientisation and national framing, on institutional and discursive inclusion and exclusion, on modes of leadership, on the establishment of social security systems and labour markets or on the relationship between work and consumption. On the other hand, Global Labour History has inspired scholars to analyse the variety of work arrangements in capitalism. They have put emphasis on the significance and persistence of the division of labour and – in the largest sense – “unfree” labour on a global scale: Covering from slavery over indentured labour to present-day household labour of irregular migrants. At the same time, they have examined practices of resistance and social movements in the context of these various types of “free” and “unfree” labour, taking into consideration their entanglements as well as contradictions.

Both trends share an understanding of labour in capitalism as a highly complex form of producing goods and providing services that is marked by multiple dependencies. Whereas the latter has shown that capitalism has always been based on the exploitation of “unfree” labour, the former has emphasised the preconditions and historical specificities of „free wage labour” systems in industrialised world regions in past and present. In both cases, freedom constitutes a vanishing point: In the first case, it serves as a counter-model, delimitating the object of research; in the second case it figures as a (never reached) goal of the observed institutions and practices. Labour History however has rarely discussed this function explicitly.

Against this background, the first congress of the German Labour History Association intends to analyse “free wage labour” and its relation to capitalism from the following three perspectives:

First, it asks for the role the concept of freedom plays in labour historiography: What notions of “free” work did historiography use with respect to different regions, historical periods and arrangements of production? What concepts of “unfree” forms of work did Labour History oppose to “free wage labour”? How did historiography analyse the interdependence of freedom and unfreedom in global capitalism?

Second, the conference aims at discussing the history of the freedom of labour empirically: What role did it play as a norm for the workers’ movement and other social movements? How have semantics of freedom changed during the last two centuries? How did the history of knowledge of labour and the categorisation of labour relations refer to the concept of “free wage labour”? To what extent has recent labour historiography altered and extended our knowledge of “free” forms of work on a global scale? Among others, contributions covering the following areas are welcome: the history of labour contracts and contract breaking, the emergence and negotiation of labour markets, the history of reproductive work, of “free professions”, of “free wage labour” as a frame in labour conflicts or of the relation between the freedom of work and inequality. They may follow perspectives of global, micro, social and/or cultural history

Third, with respect to the future of Labour History we welcome contributions focussing the advantages and disadvantages of more firmly theorising the freedom of work. To what extent does it allow to unveil blind spots of previous research? Does it enable us to bring together the different subfields of Labour History more closely? We also encourage reflections on other concepts that may advance labour historiography. To what extent does it make sense to take an unspecific notion of “work” as a starting point and to study “free wage labour” as one of its varieties? What advantages or disadvantages do alternative concepts such as “livelihood” offer?

Please send your abstract (max. 500 words) and a short biography (max. 200 words) until the 30 April 2019 to Anna Strommenger (anna.strommenger[at]uni-due.de) and Jan Kellershohn (jan.kellershohn[at]rub.de). Conference languages are German and English. If possible, travel and accommodation expenses will be covered.

Bericht von der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung der German Labour History Association (GLHA) am 4.6.2018

Am 4. Juni 2018 fand im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum die erste ordentliche Mitgliederversammlung der GLHA statt. Von den derzeit 81 Mitgliedern (davon drei Institutionen) waren 29 Mitglieder anwesend.

Der Vorsitzende Stefan Berger berichte für den Vorstand über die Gründung und die ersten Aktivitäten des Vereins. Die Gemeinnützigkeit ist beim Finanzamt Bochum beantragt, die Mitgliederversammlung legte nun die zukünftigen Arbeitsschritte fest, die neben dem weiteren Ausbau der Infrastruktur (Entwicklung der Homepage, Vernetzung, Nachwuchsförderung) vor allem in der Vorbereitung der ersten Tagung der GLHA bestehen wird.

Die Tagung, die Ende 2019/Anfang 2020 stattfinden soll, steht unter dem Rahmenthema „Kapitalismus und Freie Lohnarbeit“. Das Thema bietet aus dem großen Feld der Labour History vielfältige Anknüpfungspunkte, da eine weite zeitliche, räumliche und inhaltliche Auseinandersetzung möglich ist. Vorbereitet wird die Tagung von einem Organisationsteam und dem Vorstand.

Intensiv wurde auch über eine strukturierte wissenschaftliche Nachwuchsförderung diskutiert. Ein Kreis von Promovierenden hatte angeregt, dafür Instrumente wie einen Nachwuchspreis, Mentoringkonzepte oder Workshops zu entwickeln. Die Initiative wurde begrüßt und der Vorstand beauftragt, Möglichkeiten zu prüfen. Da bisher finanzielle Mittel nur durch die Mitgliedsbeiträge vorhanden und noch überschaubar sind, müssen externe Finanzierungen gefunden werden. Um die strukturelle Förderung und Einbindung Promovierender zu sichern, wurde in der Satzung festgelegt, dass in den Vorstand ein/e Vertreter/in der Promovierenden gewählt werden muss. Nach der Entlastung des bisherigen Vorstandes wurden insgesamt elf Vorstandsmitglieder gewählt:

Vorsitzender: Stefan Berger

stellv. Vorsitzender: Stefan Müller

Schatzmeisterin: Michaela Kuhnhenne

Schriftführer: Knud Andresen

Vertreterin der Promovierenden: Anna Strommenger

Beisitzer/innen: Andreas Eckert, Mareen Heying, Bernd Hüttner, Jan Kellershohn, Klaus Weinhauer, Thomas Welskopp.

Rana P. Behal, Changing Paradigms of South Asian Labour Historiography (4.6.2018, 16.00-17.30 Uhr)

Wir freuen uns, am 4. Juni 2018 im Anschluss an die Mitgliederversammlung der GLHA den indischen Historiker Rana P. Behal zu Gast zu haben, der mit uns über den den Stand der Labour History in Asien diskutieren wird.Rana P. Behal ist Associate Professor am Department of History, Deshbandhu College, University of Delhi.

4. Juni 2018, 16.00 bis 17.30 Uhr

Rana P. Behal: Changing Paradigms of South Asian Labour Historiography

Institut für soziale Bewegungen, Clemensstraße 17, 44789 Bochum

 

Bericht vom Treffen „Vom Nutzen einer German Labour History Association“ in Bochum am 12.1.2018

Der Vorstand der im Februar 2017 gegründeten German Labour History Association (GLHA) hatte zu diesem Treffen eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Gekommen waren rund 40 KollegInnen aus dem Bundesgebiet. Nach einer Vorstellungsrunde erläuterte Stefan Berger (Bochum) die Hintergründe der Vereinsgründung. Im Rahmen der halbjährlichen Kolloquien zur Geschichte der Arbeitswelten war die Idee auf Anregung von Marcel van der Linden aufgegriffen worden, eine GLHA zu gründen. In den letzten Jahren waren in vielen Ländern und Regionen Vereinigungen von Historikerinnen und Historikern ins Leben gerufen worden, die sich mit Arbeiterbewegung, Arbeitswelten und sozialen Bewegungen beschäftigen. Auch um „international sprechfähig“ zu sein, sollte die GLHA für den deutschsprachigen Raum diesen seit einigen Jahren wieder verstärkten Forschungstrend unterstützen. (§2, 2 der Satzung, Vereinszweck: „Der Zweck des Vereins ist die Förderung von Forschung, Präsentation, Dokumentation und Bildungsarbeit zur Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung sowie aller sozialer Bewegungen. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die ideelle und materielle Förderung von Tagungen, von Forschungsprojekten, von musealen und archivischen Vorhaben sowie Maßnahmen der außerschulischen, schulischen und universitären Bildung über die Geschichte der Arbeit, der Arbeitswelten, der Arbeiterbewegung und der sozialen Bewegungen. Der Verein will durch eine effektive Netzwerkbildung mit anderen Labour History Vereinen den internationalen Austausch im Bereich der Labour History fördern.“) Weiterlesen „Bericht vom Treffen „Vom Nutzen einer German Labour History Association“ in Bochum am 12.1.2018“